Themenwoche: Anonyme Bewerbungen – Die Befürworter

Es ist eine Tatsache und durch viele Studien belegt: Auch im Jahr 2012 werden Menschen in Deutschland bei Bewerbungsverfahren noch von Unternehmen oder deren Mitarbeitern diskriminiert. Ob der türkische Vorname oder die zu dicke Brille, Alter oder Geschlecht – subjektive und unsachliche Kriterien sind oft schon bei der Auswahl derjenigen Bewerber entscheidend, die überhaupt erst zu einem Gespräch eingeladen werden. Unternehmen schaden damit nicht nur Ihrem Ruf und vergeuden unerkannte Potenziale, sondern schaffen auch eine problematische Kultur. Denn Vorurteile pflanzen sich fort. Selbst diejenigen, die sich für neutral und objektiv halten, lassen sich doch unbewusst von Informationen und Eindrücken beeinflussen, die nicht entscheidungsrelevant sein sollten. Jeder kann dazu ja einfach mal einen Selbstversuch starten.

Bewerbungsverfahren sollten deshalb in Zukunft anonymisiert werden. Natürlich wird am Ende immer auch eine persönliche und subjektive Komponente Teil einer Personalentscheidung sein. Aber eben am Ende, nachdem alle Fakten, Fähigkeiten und Qualifikationen sachlich geprüft sind. Und nicht gleich am Anfang, auf der Basis von Voreingenommenheit. In den Vereinigten Staaten ist das anonymisierte Bewerbungsverfahren bereits seit den 60er Jahren üblich und völlig normal. Und auch in vielen anderen Ländern wird darüber diskutiert. Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt, ist offener geworden. Unternehmen sollten diesen Schritt mitgehen.

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